Salty Skipper – Mit CLASSIC CHROME zwischen Werkbank und Wasserlinie
Manche Orte machen Fotografie zu mehr als nur dem Festhalten eines Moments. Sie wird dort zu einem gemeinsamen Erlebnis. Für mich sind Werkstätten solche Orte. Der Duft von Holz, die gelebte Tradition, die Werkzeuge und die präzisen Bewegungen – vor allem aber die Menschen, die all das lebendig machen. Menschen, die ihr Handwerk meistern, mit Leidenschaft arbeiten und voller Geschichten stecken. Diese Geschichten beginnen lange bevor der Auslöser klickt.
Die Filmsimulation CLASSIC CHROME ist seit Jahren meine erste Wahl für solche Reportagen. Der klare, dokumentarische Look konzentriert sich auf das Wesentliche, ohne Filter oder Beschönigungen. Genau das macht CLASSIC CHROME für mich so besonders.
CLASSIC CHROME zeigt eine beeindruckende Vielseitigkeit: Ob auf der Straße, am Seeufer oder in der Werkstatt – die Filmsimulation passt sich mühelos wechselnden Licht- und Farbverhältnissen an. Wenn ich, wie hier, zwischen Straßenfotografie und spontaner Reportage wechsle, liefert sie stets verlässliche Ergebnisse.

Was CLASSIC CHROME so besonders macht
CLASSIC CHROME ist eine Filmsimulation, die keinem bestimmten analogen Vorbild folgt. Genau das macht ihren besonderen Reiz aus. Fujifilm bezeichnet sie als „imaginäre Filmsimulation“, die vom Stil klassischer Fotojournalismus-Magazine des 20. Jahrhunderts inspiriert ist.
Anders als PROVIA oder PRO Neg., die mit klaren und kräftigen Farben überzeugen, zeigt CLASSIC CHROME Zurückhaltung: gedämpfte Töne, kühle Schatten und weniger Magenta. Das Farbprofil bleibt dezent und lässt den Moment für sich sprechen.
Diese Zurückhaltung gibt CLASSIC CHROME eine ernste und ruhige Ausstrahlung. Besonders bei Dokumentar- oder Reportagemotiven entsteht dadurch ein Look, der nicht inszeniert, sondern authentisch und klar wirkt.
So subtil die Simulation zunächst wirkt, verleiht sie den Bildern spürbare Tiefe und Charakter. Gerade weil sie niemals aufdringlich erscheint, vertraue ich CLASSIC CHROME, um Geschichten authentisch zu erzählen.

Mein FS-Rezept: Salty Skipper
Ich nenne mein CLASSIC CHROME FS-Rezept „Salty Skipper“. Der Name ist eine subtile Anspielung auf raue Seeleute und zugleich auf den Charakter des Looks: rau, ehrlich und maritim.
Dieses FS-Rezept eignet sich besonders gut für kontrastreiche Umgebungen, sei es bei direktem Sonnenlicht im Freien oder bei weichem Licht, wenn natürliches und künstliches Licht in Werkstätten aufeinandertreffen. Mit Dynamikbereich DR200 sorge ich dafür, dass die Lichter mehr Details zeigen, während die Schatten ihre Tiefe bewahren.
Die Farben wirken bewusst maritim: Color-Chrome-Effekt Blau auf „stark“ hebt die typischen Blautöne von CLASSIC CHROME – Himmel, Wasser, Schatten – an, ohne unnatürlich zu erscheinen. Ein leicht wärmerer Weißabgleich rundet das Bild ab und schafft harmonische Kontraste, besonders bei Holz, Hauttönen und feinen Farbdetails.
Farbe +4 verstärkt diesen Effekt, ohne dabei die klassische Zurückhaltung von CLASSIC CHROME aufzugeben. Der Look wirkt realistisch und behält dennoch seinen Charakter.
Eine feine, dezente Filmkörnung (Körnungseffekt: schwach, klein) verleiht dem Bild eine subtile Vintage-Textur und spürbare Haptik. Dadurch erhält es eine greifbare Qualität, die handwerkliche Szenen betont, ohne aufdringlich zu wirken.
Die Tonwertkurve unterdrückt die Lichter leicht (Spitzlichter -1) und hebt die Schatten an (Schatten +2). Dadurch wirken die Lichter detailreicher und die Schatten intensiver – ideal für Aufnahmen bei Sonnenlicht im Freien oder in Innenräumen.
Der Weißabgleich wird bewusst dezent angepasst (AUTO / R 0, B -3). Dadurch erhalten die Bilder eine angenehme Wärme, und die Farbtöne des Holzes wirken intensiver. Mit Schärfe +1 und deaktivierter Glättung bleibt das Bild klar, ohne übertrieben zu erscheinen.
„Salty Skipper“ passt sich flexibel und robust an und eignet sich ideal für Reportagen mit wechselndem Licht und vielfältigen Motiven. Der Look zeigt Farben, ohne jemals aufdringlich zu wirken. Dabei bleibt er dezent und vermittelt dennoch eine starke Aussage.



Im Einsatz – zwischen Licht und Schatten
Besonders spannend war der Wechsel von der grellen Mittagssonne auf der Promenade in den deutlich dunkleren Innenraum der Werkstatt. Während andere Einstellungen hier scheitern oder aufwendige Anpassungen erfordern, liefert „Salty Skipper“ mit dem DR200-Profil und der sanften Tonwertkurve zuverlässig klare und präzise Ergebnisse.
In der Werkstatt strahlten die Blautöne eine angenehme Kühle aus, während die warmen Holztöne trotz der entsättigten Gesamtwirkung deutlich zur Geltung kamen. Selbst die Hauttöne, etwa im konzentrierten Blick des Bootsbauers über den Rumpf, wirkten authentisch, ohne flach zu erscheinen.
Diese stabile Verbindung von Licht, Material und Motiv macht das FS-Rezept zu einem verlässlichen Werkzeug für Dokumentarprojekte.
CLASSIC CHROME beeindruckt mich immer wieder durch seine ausgewogene Balance zwischen Zurückhaltung und Ausdruckskraft. Besonders im Bootsbau, wo Präzision, Material und Atmosphäre miteinander verschmelzen, ist eine Filmsimulation gefragt, die nicht übertreibt, sondern das Wesentliche hervorhebt.
CLASSIC CHROME erfüllt genau das: leise, zuverlässig und stilvoll. Sie verlangt nicht nach lauten Geschichten, sondern lässt mich den Moment so sehen, fühlen und festhalten, wie er wirklich ist.


Fotografieren mit CLASSIC CHROME
CLASSIC CHROME hat meinen fotografischen Stil im Laufe der Jahre deutlich geprägt. Die gedämpfte Farbpalette fordert mich heraus, bewusster hinzusehen. Ich suche nicht nach leuchtenden Motiven, sondern nach Tiefe, Licht und Struktur.
Ich fotografiere meist im JPEG-Format mit einem festen FS-Rezept. Es hilft mir, bereits beim Fotografieren Entscheidungen zu treffen. Statt Stunden vor dem Computer zu verbringen, möchte ich im Moment bleiben – beobachten, gestalten und loslassen.
„Salty Skipper“ ist so gestaltet, dass es einerseits schlicht bleibt und dadurch Raum für eigene Interpretationen lässt, andererseits aber markant genug ist, um dem Bild eine klare Handschrift zu verleihen.
