
Die GFX ETERNA 55 nutzt den fortschrittlichen Sensor der GFX100 II. Auffällig ist ihr spezieller Lüfter, der sie von einer Fotokamera unterscheidet. Da die Kamera für Filmaufnahmen entwickelt wurde, muss sie ununterbrochen aufzeichnen können. Der dabei ständig aktive Sensor erzeugt Wärme, die effizient abgeführt werden muss. Ziel der Entwicklung war es, unbegrenzte Aufnahmedauer zu ermöglichen. Dafür integrierten die Ingenieure wärmeleitende Metallteile und passten die innere Struktur so an, dass die Kamera – anders als Fotokameras – auch langen Aufnahmen standhält.

Um Filmschaffenden die Arbeit zu erleichtern, hat man ein neues Dual-Base-ISO-System entwickelt. Es erlaubt, flexibel zwischen ISO 800 und ISO 3200 zu wechseln.
Die GFX ETERNA 55 unterstützt nativ den G-Mount und bietet einen PL-Mount-Adapter.
Damit ist sie, wie die GFX100 II, mit vielen Objektiven kompatibel und ermöglicht Aufnahmen in verschiedenen Formaten.
Besonders beeindruckt der neue Open-Gate-Modus mit 48 Bildern pro Sekunde. Er nutzt die gesamte lichtempfindliche Sensorfläche (43,63 mm × 32,71 mm) und erlaubt 4:3-Aufnahmen mit höherer vertikaler Auflösung und einem plastischen Bildeindruck.

Der erste Schritt, um den Sensor für den Filmeinsatz anzupassen, war, einen optischen Tiefpassfilter (OLPF) vor dem Sensor einzusetzen. Dieser Filter justiert das RGB-Bayer-Array präziser und liefert dem Sensor klare, genaue Farbinformationen. Während herkömmlicher Film RGB-Daten in drei Schichten aufnimmt, erzeugt der OLPF einen filmähnlichen Effekt. So entsteht eine vergleichbare visuelle Weichheit, während er Moiré- und Falschfarben-Artefakte reduziert.

Eine Neuerung ist der integrierte elektronische ND-Filter, speziell für den großen Sensor entwickelt. Er regelt die Lichtmenge stufenlos von zwei bis sieben Blendenstufen (ND 0,6 bis ND 2,1) und bietet fünf Zwischenstufen für sanfte Übergänge. Die Entwicklung startete ein Jahr vor der Einführung der GFX ETERNA 55 und durchlief zahlreiche Prototypen, unterstützt von Beiträgen aus verschiedenen Abteilungen.
Besonders beeindruckend ist, wie präzise sich die Lichtdämpfung in Schritten von 0,05 Blendenstufen (ND 0,015) steuern lässt. Diese Genauigkeit ermöglicht fließende, kaum wahrnehmbare Belichtungsübergänge und gehört zu den größten Stärken der GFX ETERNA 55. Fujifilm erreicht dies, indem jede Einheit individuell und sorgfältig abstimmt – eine Kunst, die das Unternehmen seit den ersten Fotokameras meisterhaft beherrscht.
Die Größe des Filters stellte eine technische Herausforderung dar, da größere optische Komponenten zu Verzerrungen neigen.
Durch umfangreiche Tests konnte jedoch sichergestellt werden, dass sich das System ohne Einbußen bei der Bildqualität in die Kamera integrieren lässt.

Der Erfolg der GFX ETERNA 55 und ihres speziellen Sensors liegt in der gelungenen Verbindung von analogem und digitalem Know-how. Wir hoffen, dass Kreative die filmischen Möglichkeiten dieser Kamera, die sich vor allem dank des Tiefpassfilters und des elektronischen ND-Filters ergeben, voll nutzen.