Das neue 35mmF4-Objektiv trägt maßgeblich zur Kompaktheit der GFX100RF bei.
Die Verwendung zweier asphärischer Glaslinsen ermöglichte die Reduzierung des Auflagemaßes bei gleichbleibend hoher Auflösung. Dabei wurde der Platz optimal genutzt, der durch die Wahl eines Zentralverschlusses (anstelle eines herkömmlichen Schlitzverschlusses) frei wurde.
Die nach vorne zulaufende Silhouette entstand durch eine Neuausrichtung der Fokuskomponenten und passt hervorragend zum Sucherkamera-Design. Das Ergebnis ist eine unauffällige Objektivform mit handlichen Abmessungen.

Mittelformat hat keinen Wert, wenn für geringere Abmessungen die Auflösung geopfert wird. Wenn man liest, dass „Kompaktheit und hohe Bildqualität koexistieren, indem die Vorteile eines fest eingebauten Objektivs genutzt werden“, dann erinnert das viele an das Objektiv, das mit der X100V rundumerneuert wurde. Diese Erfahrung floss auch in das vorliegende Objektiv ein.
Die Brennweite von 35 mm (entspricht ca. 28 mm im Kleinbildformat) erfasst das gesamte menschliche Blickfeld. Um diese überwältigende Menge an Informationen optimal zu nutzen, muss das Bild auch an den Rändern scharf sein. Man kann schließlich nicht wissen, welcher Teil der 100 Mio. Pixel sich als bildwichtig erweisen wird. Generell gilt: Je größer die Leinwand, desto leichter lassen sich Details verbergen. Das GF-Objektiv ist jedoch darauf ausgelegt, den großen GFX-Sensor optimal zu nutzen und auch feinste Details mit der gleichen Abtastungsdichte wie bei der X Serie aufzulösen. Selbst in einer Ausschnittsvergrößerung bleiben die Details bestehen, und in der Vollbildansicht kommen Textur und Atmosphäre des Motivs hervorragend zum Ausdruck. Das High-End-Konzept der GF-Objektive wurde somit trotz des erzielten Größenvorteils auch mit dem neuen Objektiv beibehalten.

Mit einem fest eingebauten Objektiv gibt es keine Einschränkungen hinsichtlich des Bajonetts, was die Gestaltungsfreiheit bei der optischen Konstruktion verbessert. Die hohe Bildqualität wird mit zwei asphärischen Linsen erreicht, die sphärische Aberrationen und Bildfeldwölbung unterdrücken. Darüber hinaus kam eine neue Nano-GI-Beschichtung zum Einsatz, die für stärker gekrümmte Linsen optimiert wurde. Sie unterdrückt Reflexionen auch in den Randbereichen des Objektivs und hilft Geisterbilder zu vermeiden. Dies ermöglicht eine homogene Bildqualität von der Mitte bis zum Rand.

Die Leichtigkeit der GFX100RF – ein Markenzeichen handlicher Sucherkameras – wird nicht nur durch die Größe, sondern auch durch den Autofokus (AF) erreicht.
Selbst mit einer Weitwinkelbrennweite und Blende 4 ist die Schärfentiefe beim GFX-Format verblüffend gering und entspricht einer äquivalenten Schärfentiefe von ca. F2.07 bei der X Serie. Auf der anderen Seite ist der Lichteinfallswinkel bei Kameras mit eingebautem Objektiv wegen ihrer geringeren Größe ungünstiger als bei den herkömmlichen GFX-Modellen, sodass die für den Phasendetektions-AF verfügbare Lichtmenge geringer ist. Der aktuelle Algorithmus, der schon in der GFX100S II zum Einsatz kam, wurde für die GFX100RF mit ihrem eingebauten Objektiv deshalb weiter verbessert. Dabei sorgt der Gleichstrommotor für eine hohe Fokussiergeschwindigkeit mit starkem Drehmoment. Das Objektivdesign kennt keine bajonett-bedingten Übertragungsverluste, und die Feinabstimmung sorgt auch beim manuellen Fokussieren für eine flüssige Bewegung.

Die Kombination aus optimaler Motorsteuerung, Schmierung und erhöhter Komponentensteifigkeit zur Vibrationsdämpfung resultiert in einem leistungsstarken Gleichstrommotor, der das Objektiv nicht nur mit der gleichen Präzision bewegt wie die X100VI, sondern dabei auch ein ebenso dezentes Antriebsgeräusch erzeugt. Zudem verfügt das Objektiv über einen eingebauten ND-Filter und einen Mindestaufnahmeabstand von 20 cm zum Objektivende, was ein Höchstmaß an Bildqualität und Bedienkomfort gewährleistet.






