GFX100RF – Eindrücke von John St (@giant_evertonian)
Meine Reise in die Straßenfotografie und meine Liebe zu Fujifilm begannen 2018, als ich mit einer Kamera Fotos von Kaffee machte. Bald entdeckte ich die Straßen- und Stadtfotografie – und seitdem gehören Kaffee und meine Fujifilm-Kamera untrennbar zusammen.
Mit Modellen wie der FUJIFILM X-H1, X-T3, X-E3, X70 und meiner neuesten Errungenschaft, der FUJIFILM X-T5, habe ich unzählige spontane Momente eingefangen. Ja, ich bin ein Fujifilm-Fanboy – und stehe dazu! Perfekt sind die Kameras natürlich auch nicht (welche Marke ist das schon?), aber sie kommen ziemlich nah dran.
Die Benutzerfreundlichkeit, die Farbwiedergabe und die starke Community machen Fujifilm für mich zur idealen Wahl. Umso größer war meine Freude und Überraschung, als FUJIFILM Australia mich bat, die neue Flaggschiffkamera FUJIFILM GFX100RF mit festem Objektiv in den Straßen meiner Heimatstadt Adelaide zu testen.
Eine GFX der neuen Generation für Straßenfotografie?
Natürlich sagte ich zu!

Das GFX-System gilt ja eher als Werkzeug für Landschafts- und Porträtfotografie. Das größere Gehäuse und die schweren Objektive erscheinen nicht ideal für stundenlange Streifzüge durch die Stadt. Zudem erschwert die Größe, unauffällig zu bleiben, wenn man spontane Momente einfangen will.
Doch die GFX100RF wirkte auf den ersten Blick wie ein Gamechanger – und ich wollte beweisen, dass Kameras mit großen Sensoren auch für die Straßenfotografie taugen. Die attraktive GFX100RF schien die perfekte Partnerin dafür zu sein.
Verarbeitung und Ästhetik
Fujifilm-Kameras gelten als ästhetisch ansprechend, und die GFX100RF macht da keine Ausnahme.
Die Designabteilung von Fujifilm hat ihre Aufgabe hier perfekt gelöst. Das minimalistische Design strahlt Klasse und Raffinesse aus. Irgendwie haben sie es geschafft, den großformatigen Sensor in ein sehr kompaktes Gehäuse zu integrieren, das nur 735 Gramm wiegt. Gefertigt aus einem massiven Aluminiumblock, wirkt die Kamera robust und hochwertig. Der Handgriff ist äußerst ästhetisch gestaltet. Das klassische Sucherkamera-Design wird durch einen kristallklaren elektronischen Sucher mit 5,76 Millionen Bildpunkten ergänzt, der jedes Detail sichtbar macht.

Die Belichtungseinstellungen sind – wie von Fujifilm gewohnt – über analoge Bedienelemente schnell anzupassen. Ideal für alle, die wie ich mit manueller Belichtung arbeiten. Zudem bietet die Kamera zahlreiche individuell konfigurierbare Tasten und Hebel.
Ein Highlight ist der neigbare Bildschirm, der sich als nützlich erwies, als ich die Kamera durch ein Geländer hielt, um aus dem fünften Stock eines Parkhauses zu fotografieren.
Auch für Aufnahmen aus der Hüfte oder aus Bodennähe ist er praktisch. Leider ist der Bildschirm nicht drehbar wie bei der X-T5 und eignet sich daher eigentlich nur für Aufnahmen im Querformat.

35-mm-F4-Objektiv und 102-Megapixel-Sensor
Die GFX100RF sieht nicht nur professionell aus, sie liefert auch beeindruckende Ergebnisse!
Die treibende Kraft der GFX100RF ist der hochauflösende 102-Megapixel-Sensor „GFX 102MP CMOS II“, der hier mit einem gestochen scharfen, fest verbauten 35-mm-F4-Objektiv kombiniert wurde. Mit dem flachen Objektiv ist die Kamera sofort einsatzbereit. Mit einem Adapter lässt sich die rechteckige, attraktiv aussehende Gegenlichtblende befestigen. Der Vorsatz ist auch deswegen praktisch, weil die Kamera dadurch zusätzliche Griffpositionen bietet und sich noch besser halten lässt.
Ein weiterer Vorteil: der Zentralverschluss. Dessen Mechanismus sorgt für einen fast geräuschlosen Betrieb und erzeugt auch weniger Vibrationen als ein herkömmlicher Schlitzverschluss.
Der Blendenbereich von F4 bis F22 bietet viele Möglichkeiten für den gezielten Einsatz von Schärfentiefe. Ich fotografiere meist zwischen F5.6 und F13 – die Ergebnisse waren gestochen scharf. Nur nachts stieß ich persönlich mit der F4-Lichtstärke an Grenzen.

Ich gebe zu, dass ich kein besonders ruhiges Händchen habe und daher lieber mit größeren Blendenöffnungen arbeite, um Empfindlichkeiten unter ISO 3200 und die Verschlusszeiten kurz zu halten. Aber für andere ist das möglicherweise kein Problem.
Die 35-mm-Brennweite ist ideal für die Straßenfotografie. Sie bietet genug Spielraum, um Szenen und Geschichten einzufangen. Der großformatige Sensor liefert nicht nur beeindruckende Details, sondern ermöglicht auch großzügige Bildausschnitte, wenn man nicht „mit den Füßen zoomen“ kann.
Autofokus
Im Inneren der GFX100RF arbeitet der X-Prozessor 5, der Geschwindigkeit und Präzision verspricht. Anfangs war ich skeptisch, wie er mit dem großen 102-Megapixel-Sensor harmoniert. Doch meine Zweifel waren unbegründet. Der Autofokus funktionierte nahezu fehlerfrei.
Auf der Straße zählt oft der Bruchteil einer Sekunde. In 99 von 100 Fällen traf die Kamera den Fokus punktgenau. Wenn die Schärfe einmal nicht perfekt war, lag es meist an mir – weil ich nicht schnell genug war oder eine zu lange Verschlusszeit im manuellen Modus eingestellt hatte.
Die Kamera bietet einen Augen- und Gesichts-AF – mit der Möglichkeit, auf das linke oder rechte Auge zu fokussieren – sowie eine KI-basierte Motiverkennung, die sich auf Autos, Vögel, Hunde oder Fahrräder einstellen lässt. Diese Funktion nutze ich selten, war aber von den Ergebnissen positiv überrascht.

Bildqualität
Das Herzstück der GFX100RF ist der GFX 102MP CMOS II-Sensor – und die Bildqualität im Zusammenspiel mit dem 35-mm-Objektiv ist atemberaubend. Die Detailgenauigkeit und die lebendigen Farben haben mich absolut begeistert.
Ein Sensor mit 102 Megapixeln bietet viele Vorteile: Man kann Bilder großformatig drucken oder beschneiden, ohne an Qualität einzubüßen. Allerdings erzeugt er auch sehr große Dateien.
Wer wie ich in RAW und JPEG fotografiert, benötigt große und schnelle SD-Karten sowie ausreichend Speicherplatz. Glaub mir, du wirst mit der GFX100RF eine Menge Fotos machen, da die Bildqualität wirklich atemberaubend ist.

Die Kamera verfügt über einen integrierten ND-Filter, der die Lichtmenge um bis zu vier Blendenstufen reduziert – ideal für Langzeitbelichtungen bei Tageslicht. Ein Adapterring und ein Filter machen die Konstruktion wetterfest, was sie zur perfekten Begleiterin im Alltag macht.




GFX100RF – Weitere Ausstattungsmerkmale
- Integrierter ND-Filter mit einem einzigen Tastendruck: Diese Funktion hat mir besonders gut gefallen, da ich damit bei strahlendem Sonnenschein Bilder mit langer Verschlusszeit aufnehmen konnte. Ich wünschte mir wirklich, dass alle Fujifilm-Kameras über diese Funktion verfügten, da ich sie sehr häufig nutzen würde.
- Digitaler Telekonverter-Hebel: Mit einer Fingerbewegung kannst du den 35-mm-Bildausschnitt auf 45 mm, 63 mm oder 80 mm verändern. Durch das Zuschneiden des Bildes entsteht der Eindruck einer längeren Brennweite, aber dank der hohen Sensorauflösung bleibt die hohe Bildqualität erhalten.
- Bildformat-Wahlrad: Mit diesem Wahlrad lässt sich zwischen neun spezifischen Seitenverhältnissen wählen, um ein Bild zu erstellen, das genau dem individuellen Stil oder der gewünschten Ästhetik entspricht.
- Zwei SD-Kartensteckplätze: Absolut sinnvoll, denn die Dateien sind sehr groß.
- Mit 20 Fujifilm-Filmsimulationen lassen sich Bildlook, Stil und Stimmung schnell an jede Situation anpassen.
- Staub- und wetterfest, sodass die Kamera bei Temperaturen bis zu -10 °C eingesetzt werden kann.
Abschließende Gedanken
Die Fujifilm GFX100RF ist mehr als ein Werkzeug – sie ist ein Statement. Sie verbindet Substanz mit Stil und steht für ausgefeilte Technik und meisterhafte Handwerkskunst. Jedes Detail, von den edlen Materialien bis zu den intuitiv anpassbaren Bedienelementen, spiegelt die Leidenschaft für Perfektion wider, die in dieser Kamera steckt.
Doch lass dich nicht von ihrem eleganten Äußeren täuschen: Unter der schlanken Hülle liefert die GFX100RF Spitzenleistung, die selbst die höchsten Ansprüche erfüllt.
Mit ihrem hochauflösenden 102-Megapixel-Sensor, einem präzisen und zuverlässigen Autofokus sowie exzellenten Low-Light-Fähigkeiten erfasst sie jedes Detail mit beeindruckender Genauigkeit.

Ob auf Weltreisen oder bei spontanen Straßenaufnahmen – ihre leichte, kompakte Bauweise ermöglicht müheloses Fotografieren, ohne auf ein professionelles Erscheinungsbild zu verzichten. Das stilvolle Design fügt sich harmonisch in jede Umgebung ein, sei es bei geplanten Shootings oder spontanen Abenteuern.
Stil und Raffinesse haben ihren Preis. Die GFX100RF bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Dennoch bin ich überzeugt, dass sie in der Spitzenklasse der High-End-Kameras ein außergewöhnlich attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.








