Mathias Zwick – Fujifilm GFX100RF – The Silent Shore | Die stille Küste
Die Adria im Winter zeigt ein völlig anderes Gesicht als im Sommer. Die Strände liegen verlassen, die Badeorte versinken in Stille, und die lebhaften Landschaften scheinen in tiefem Schlaf zu ruhen. In dieser frostigen Stille, wo die Spuren des Sommers auf die Ruhe des Winters treffen, wollte ich die Beziehung zwischen Mensch und Meer erkunden.

Als Dokumentarfotograf fasziniert mich, wie Orte Geschichten formen und verborgene Spannungen offenbaren. Meine Reisen führten mich zu Skatern im Iran, die gesellschaftliche Normen brechen, zu Rockmusikern im Kosovo, die trotz Spaltungen durch ihre Leidenschaft vereint sind, und zu den sozialen Folgen des Bürgerbewertungssystems in China. In all diesen Projekten suche ich mehr als bloße Dokumentation: Ich will Bilder schaffen, die zum Nachdenken anregen, indem ich dokumentarische Präzision mit einer ästhetischen, oft poetischen oder humorvollen Dimension verbinde.

Mit „The Silent Shore“ wollte ich die winterliche Ruhe der Adria einfangen und Menschen treffen, die abseits des Touristenrummels im Rhythmus des Meeres leben. Meine Reise führte mich entlang der Küsten Albaniens, Montenegros und Kroatiens. Ich hielt an verlassenen Häfen, in Dörfern mit monatelang geschlossenen Fensterläden und an Betonstränden, die vom Massentourismus gezeichnet sind. Meine Bilder versuchen, das Sichtbare und das Unsichtbare zu vereinen: die Narben des Tourismus und die Widerstandskraft der Einheimischen, die diese Küste zu ihrer Zuflucht machen. Die Serie spiegelt meinen Wunsch, das fragile Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur zu hinterfragen.

Für diese Reise nutzte ich die neue FUJIFILM GFX100RF. Schon beim ersten Einsatz überzeugte sie mich. Kompakt, leicht und unauffällig, ließ sie mich in die Landschaft eintauchen, ohne aufzufallen. Da ich als Fotograf oft unterwegs bin, schätze ich leichtes Gepäck. Mit der GFX100RF gehören überladene Rucksäcke der Vergangenheit an – ich konnte mich ganz auf meine Motive konzentrieren.

Besonders beeindruckten mich das elegante, ergonomische Design der Kamera und die Möglichkeit, das Bildformat einfach anzupassen. Mit dem intuitiven Einstellrad wechselte ich mühelos zwischen Panorama- und Quadratformat und passte meine Kompositionen an die Szene an. Auch das Einstellrad für den digitalen Zoom erwies sich als nützlich. In Kombination mit dem 35-mm-F4-Objektiv konnte ich von 28 mm (äquivalent zu KB) zu 36 mm oder 50 mm wechseln – zwei Brennweiten, die ich dank des digitalen Telekonverters häufig nutzte. Diese Flexibilität gab meiner Serie Rhythmus und Vielfalt, indem sie weite Landschaften und detailreiche Nahaufnahmen gleichermaßen ermöglichte.

Im Winter enthüllt das Licht der Adria die Strukturen, die im Sommer verborgen bleiben. Der erweiterte Dynamikumfang der GFX100RF bewahrte Details in Schatten und Lichtern und fing die Kontraste dieser stillen Landschaften ein. Auch die Filmsimulationen von Fujifilm beeindruckten mich. Mit einem Dreh wechselte ich zwischen Farbe und Schwarz-Weiß und probierte verschiedene Interpretationen meiner Bilder aus. REALA ACE mit seinen weichen, nuancierten Farbtönen passte perfekt zu den Winterlandschaften, während ACROS mit monochromer Detail- und Kontrastwiedergabe überzeugte. Diese Flexibilität erlaubte es mir, zwischen Farbe und Schwarz-Weiß zu wechseln und dabei meinem dokumentarischen Stil treu zu bleiben. So entstanden Bilder, die an meine analogen Arbeiten erinnern.

Bei Porträts ermöglichte mir der Sucher der GFX100RF eine direkte Verbindung zu den Menschen vor meiner Kamera. Ohne eine sperrige Kamera vor dem Gesicht konnte ich die Intimität bewahren, die für authentische Personenaufnahmen entscheidend ist. Das leichte Design und der ergonomische Trageriemen ermöglichten stundenlanges Arbeiten – ob am Strand von Durrës in Albanien oder an der Küste von Split in Kroatien.

Die ersten Tage meiner Reise waren von Regen und starken Wellen geprägt. Doch die wetterfeste GFX100RF ließ mich unbesorgt fotografieren. Diese Zuverlässigkeit veränderte meinen Blick auf die rauen, dramatischen Szenen.

Mit „The Silent Shore“ möchte ich eine andere Seite der Adria zeigen – eine, die nur sichtbar wird, wenn die Hektik weicht. Ein Ort, an dem Einheimische ihr Terrain zurückerobern, Häfen zur Ruhe kommen und das Meer seinen Rhythmus wiederfindet. Dieses Projekt ist mehr als ein ästhetisches Unterfangen, sondern der Versuch, die Essenz eines Ortes und die unsichtbaren Verbindungen zwischen Menschen und ihrer Umgebung zu dokumentieren.

Die FUJIFILM GFX100RF war dabei ein unverzichtbarer Begleiter. Sie ermöglichte es mir, frei zu arbeiten, mit leichtem Gepäck zu reisen und mich auf Bilder zu konzentrieren, bei denen jedes Detail zählt.


Kamera in dieser X-Story










