ACROS – Tagträume
Fotografie ist meine große Leidenschaft. Doch wenn ich zwischen zwei Aufträgen endlich Zeit für meine eigenen Projekte finde, sehne ich mich nach Einfachheit, Unmittelbarkeit und Spontaneität, ohne dabei Abstriche bei der Qualität zu machen. Was mich an diesem Beruf am meisten stört, ist die aufwendige Nachbearbeitung.
Seit über 20 Jahren arbeite ich als professioneller Fotograf. In meiner Freizeit möchte ich jedoch einfach nur fotografieren, frei von technischen Zwängen, aber mit bestmöglichem Ergebnis.
Seit 2016 verwende ich Fujifilm-Kameras, und es gibt viele Gründe, warum ich diese Marke schätze. Entscheidend überzeugt haben mich jedoch die Filmsimulationen.
Obwohl ich häufig in Farbe fotografiere, verspüre ich manchmal das Bedürfnis, meine Umgebung in Schwarzweiß festzuhalten. Damit fühle ich mich den großen Meistern der Straßenfotografie verbunden, die mich inspiriert haben, und kann eine traumhafte, fast surreale Stimmung einfangen.



Mit der FUJIFILM X-E5 reicht eine Drehung am Filmsimulationsrad bis zum „A“ von ACROS, und plötzlich verändert sich mein Blick. Der Sucher zeigt mir eine Welt von zeitloser Tiefe und Brillanz, die an die Eleganz klassischer Silberabzüge erinnert. Ein reduziertes, sinnliches Schwarzweiß, das modern wirkt und zugleich eine Verbindung zur Vergangenheit herstellt. Perfekt, um den Alltag in visuelle Poesie zu verwandeln.
ACROS ist die ideale Filmsimulation für minimalistische und kontemplative Kompositionen, in denen eine präzise Bildaufteilung auf die stille Präsenz menschlicher Figuren trifft. Die Szenen wirken wie Gemälde – geheimnisvoll und entrückt, ähnlich den Gemälden Giorgio de Chiricos. Die Simulation betont die Konsistenz der Materialien und hebt alle Lichtschattierungen auf den Oberflächen hervor, was den Bildern eine besondere Tiefe verleiht.
Für dieses Projekt nutzte ich nicht nur ACROS+Grünfilter, sondern entwickelte auch ein neues Filmrezept mit dem Namen „Metaphysical Noir“. In der analogen Fotografie war es üblich, Farbfilter vor dem Objektiv zu verwenden, um Schwarzweiß-Aufnahmen gezielt zu gestalten.


Heute ist das einfacher: Fujifilms digitale Farbfilter zeigen den Effekt sofort im elektronischen Sucher. Der Grünfilter eignet sich besonders für Porträts, da er rote Hauttöne mildert und die Lippen leicht abdunkelt, während der Rest des Gesichts natürlich bleibt. Im Gegensatz zur analogen Fotografie, bei der man den Effekt erst später sieht, kann ich hier in Echtzeit entscheiden, welche Filmsimulation am besten passt.
Mein Filmrezept „Metaphysical Noir“ ist einfach, aber wirkungsvoll. Ich wählte einen schwachen Körnungseffekt mit kleiner Korngröße, um einen dezenten Vintage-Charakter zu erzeugen, der nicht aufdringlich, aber dennoch präsent ist – ein hervorragender Kompromiss.
Zudem passte ich für mein Filmrezept die TONKURVE an: Die LICHTER erhöhte ich um +1 oder +2, um klare Weißwerte zu erzielen, und die SCHATTEN um +3 oder +4, um den Kontrast zu verstärken.



Das Ergebnis sind Bilder mit tiefen Schwarztönen, detailreichen Lichtern und einer fast dreidimensionalen Wirkung bei gleichzeitig feinen Tonabstufungen.
Die Kombination aus FUJIFILM X-E5, dem FUJINON XF23mmF2.8 R WR-Objektiv, dem ACROS+Grünfilter und meinem Filmrezept „Metaphysical Noir“ bildet die ideale Grundlage, um alltägliche Momente in visuelle Metaphern und Tagträume zu verwandeln.
