Was bleibt, wenn die Menge verstummt, das Scheinwerferlicht erlischt und ein Weltstar ganz allein mit seinem Spiegelbild zurückbleibt? Diese beunruhigende Frage steht im Mittelpunkt von „Broken Idols”, einem eindrucksvollen Kurzfilm, der irgendwo zwischen Werbefilm, Musikvideo und Modefotografie verortet ist.
Der Film erzählt eine zutiefst persönliche Geschichte über die erdrückende Last des Ruhms und den schleichenden Verlust der eigenen Identität. Er zeigt den schmerzhaften Kontrast zwischen der glitzernden öffentlichen Fassade eines Stars und der hohlen, isolierenden Wirklichkeit hinter dem Rampenlicht.
Um diese intensive innere Bildwelt zum Leben zu erwecken, kombinierte das Produktionsteam die GFX ETERNA 55 mit den kompakten Power-Zoom-Objektiven GF 19-35mmT3.5 und GF 32-90mmT3.5 von Fujifilm.

Tempo, Reichweite und Intimität am Set
Mit dem schlanken Crew-Setup, das für Musikvideos und Werbeproduktionen typisch ist, standen Effizienz und Flexibilität an erster Stelle. Director of Photography Flo Berwanger, BVK, wählte eine Kombination aus zwei Objektiven, die einen Brennweitenbereich von 19 bis 90 mm abdecken und so Tempo und kreative Freiheit miteinander verbinden.
„Durch zwei Objektive mit überlappenden Brennweiten konnten wir das Framing schnell anpassen, ohne die Optik ständig wechseln zu müssen”, erklärt Berwanger. „Das hat uns auf dem Set enorm geholfen, sehr zügig zu arbeiten. Das 19-35mm gab uns die Möglichkeit, die Kamera ganz nah an unsere Hauptfigur Julie heranzuführen und trotzdem das gesamte Set zu erfassen.”

Kontrolle der Ästhetik: Von T8-Präzision bis zum nostalgischen Look
Da „Broken Idols” vollständig auf der inneren Gefühlswelt der Hauptfigur basiert, lag ein starker Schwerpunkt auf Porträtaufnahmen. Die Objektive ermöglichten es, die emotionale Wirkung einer Szene allein durch die Blendeneinstellung grundlegend zu verändern.
Um das High Fashion Make-up und den Schmuck der Figur wirkungsvoll in Szene zu setzen, blendete Berwanger auf T8 ab. Sollte eine Szene weicher und verletzlicher wirken, öffnete er die Blende auf T3.5, was einen wunderschön sanften Schärfeverlauf zu den Bildrändern hin erzeugte.
Die technische Vielseitigkeit des Systems ermöglichte dem Team außerdem, spontan mit verschiedenen Formaten und Stilrichtungen zu experimentieren. Während sie den Open-Gate-4:3-GF-Modus für maximale Flexibilität wählten, bot der Wechsel zum Super-35-Crop die Möglichkeit, mit der 90-mm-Brennweite ungewöhnliche Perspektiven bei gleichbleibend hoher Bildqualität einzufangen.
„Wir wussten, dass wir eine Aufnahme eines Baumes haben wollten, aber wir wollten unsere Bildsprache von einer sehr modernen Perspektive in einen Y2K-Look übersetzen”, erklärt Berwanger. „Das 19mm hat uns dabei besonders geholfen, eine kreative Komposition zu entwickeln: Der Baum wurde so zu einer Art Straße, durch die unsere Hauptfigur hindurchgehen konnte.”