Filmische Erinnerungen mit FUJIFILM festhalten
Als Porträt– und Hochzeitsfotograf begann meine Reise mit der Fotografie lange bevor sofortige Bildkontrolle und endlose Nachbearbeitungs-Workflows zum Standard wurden. Sie begann in den Tagen des Films: sorgfältig Filmrollen in die Kamera einlegen, Bilder zählen und bei jedem Klick auf mein Gefühl vertrauen. Es gab keine sofortige Bestätigung, nur Geduld. Die Belohnung kam später, wenn ich schließlich die gedruckten Fotos in den Händen hielt und Bilder voller Körnung, Textur und kleiner Unvollkommenheiten bewunderte, die eine unverkennbare Nostalgie in sich trugen. Diese haptische Erfahrung hat nicht nur geprägt, wie ich fotografiere, sondern auch, wie ich Fotos bis heute empfinde.

Diese frühen Jahre haben mich gelehrt, langsamer zu werden und Licht bewusster wahrzunehmen. Jedes Bild zählte. Jeder Moment hatte Gewicht. Der Film hat meine Augen trainiert, Emotionen zu erahnen, statt Perfektion zu jagen, und diese Philosophie prägt bis heute meine Arbeit in der Porträt- und Hochzeitsfotografie, wo Authentizität, Verbindung und flüchtige Momente am meisten zählen.


Vor acht Jahren fühlte sich mein Wechsel zum FUJIFILM-System an wie eine Heimkehr in moderner Form. FUJIFILMs Color Science und die Filmsimulationen eröffneten mir eine völlig neue kreative Welt, die tief mit meinen filmischen Wurzeln resonierte.
In einer Zeit, in der viele Fotografen unzählige Stunden mit der Bildbearbeitung verbringen, bewegte ich mich in die entgegengesetzte Richtung und entdeckte die Freude wieder, Aufnahmen direkt als JPEG aus der Kamera zu nutzen. Die Vorstellung, den Look schon im Moment der Aufnahme richtig zu treffen, hat mich begeistert.
Mit der Q-Taste von FUJIFILM eigene Filmrezepte zu erstellen und zu verfeinern, wurde schnell zu einem Prozess, den ich wirklich genieße. Es fühlt sich an wie das Mischen von Chemikalien in der Dunkelkammer: Weißabgleich, Kontrast, Körnung, Schatten und Farbwiedergabe so lange anpassen, bis das Bild so spricht, wie ich es vom Film in Erinnerung habe.


Mit diesen Filmrezepten kann ich Stimmungen und Texturen erschaffen, die intentional, zeitlos und emotional fundiert wirken. Das Ergebnis sind Bilder, die sofort teilbar sind und einen edlen, stilvollen Vintage-Charakter tragen, ohne dass es aufwendiger Bearbeitung bedarf.
Ich habe mich intensiv mit den verschiedenen Filmsimulationen von FUJIFILM beschäftigt, Looks wiederentdeckt, die ich einst in meiner Filmzeit liebte, und sie in eine digitale Sprache übersetzt.
Eine dieser Erkundungen führte zu einem eigenen Filmrezept, das ich „Pro Neg Portrait” nenne, ein Filmrezept mit der Filmsimulation PRO Neg. Std, inspiriert von klassischer Filmästhetik und meiner Liebe zu ehrlicher, natürlicher Porträtfotografie.
Auf dieser letzten Reise fand das Porträt-Shooting in Hongkong statt, einer Stadt, die ich immer mit einem ganz eigenen visuellen Rhythmus verbunden habe.
Für dieses Shooting nutzte ich mein Filmrezept „Pro Neg Portrait“, um einen nostalgischen Filmlook herauszuarbeiten, der widerspiegelt, wie ich Hongkong in Erinnerung habe: modern und energiegeladen, aber durchzogen von einem feinen Retro-Charme.
Die Farbtöne, der Kontrast und die Textur spiegeln den zeitlosen Charakter der Stadt wider, in der Vergangenheit und Gegenwart mühelos miteinander koexistieren.
PRO Neg. Std bleibt eine meiner liebsten Filmsimulationen, besonders für die Porträtfotografie. Ihre neutrale Tonalität, weichen Abstufungen und wunderbar natürlichen Hauttöne bilden eine starke Grundlage.
Mit feinen Anpassungen, sorgfältigen Verschiebungen beim Weißabgleich, sanfter Körnung, geformten Schatten und nuancierten Farbkorrekturen habe ich dieses Filmrezept so gestaltet, dass es Nostalgie mit einem zeitgemäßen Gefühl verbindet.


Sobald das Filmrezept eingestellt ist, lasse ich die FUJIFILM X-E5 ihre Wirkung entfalten.
Frei von technischen Ablenkungen kann ich mich voll und ganz darauf konzentrieren, mit meinen Motiven in Verbindung zu treten, Emotionen zu beobachten und auf Momente zu reagieren, während sie entstehen.
In diesem Raum wird Porträtfotografie zu mehr als nur einem Bild, sie wird zu einer stillen Zusammenarbeit zwischen Licht, Erinnerung und Emotion, die zu Fotografien führt, die nostalgisch und doch unverkennbar modern wirken.