Als ich in diese Stadt zog, dachte ich, ich würde mit einem Maschinenbauabschluss zurückkehren. Doch der Wunsch, mein Leben zu verändern und mich neu zu orientieren, wurde immer stärker. Durch die Fotografie entwickelte ich eine immer engere Verbindung zu diesem Ort. Den Großteil meiner Zeit fotografiere ich für kommerzielle Aufträge. Doch wenn sich die Gelegenheit ergibt, halte ich auch den Alltag – bei der Arbeit und im Leben – fest.




Das Leben ist in Ho-Chi-Minh-Stadt überall spürbar: in den Straßen, Gassen, Treppen, alten Wohnkomplexen und modernen Vierteln. Ich streife durch die Straßen, erkunde jede Gasse und beobachte, wie sich das Licht mit den Jahreszeiten verändert. Die Dynamik der Stadt und das hektische Treiben der Menschen bieten ständig neue Motive und Überraschungen. Wenn ich zu Fuß unterwegs bin, fühlen sich die FUJIFILM X-E5 und ich wie ein eingespieltes Team. Die Kamera, leicht und kompakt, inspiriert mich, überall zu fotografieren.
Das Wetter in Ho-Chi-Minh-Stadt ist oft heiß und regnerisch – und Hitze mag ich nicht. Deshalb fotografiere ich lieber am späten Nachmittag, wenn es angenehmer ist und die Stadt zum Leben erwacht. Nachts setze ich auf das XF33mmF1.4 R LM WR, das am APS-C-Sensor etwa einer 50-mm-Kleinbildbrennweite entspricht – meine bevorzugte Brennweite. Die X-E5 verfügt über eine integrierte Bildstabilisierung und nutzt den X-Prozessor 5, der die 40 Megapixel des Sensors optimal verarbeitet. So bleiben selbst stark zugeschnittene Bilder von hoher Qualität. Nachts zu fotografieren ist anspruchsvoll, aber die X-E5 meistert auch komplexe Lichtverhältnisse. Meine anfänglichen Bedenken sind längst verflogen.

Ein besonderer Moment war, als ich die Stadt in einem einzigartigen Licht festhielt – just als die neue U-Bahn-Linie ihren Betrieb aufnahm. Es fühlte sich an wie ein lebendiges Porträt der Stadt.
Sobald man die X-E5 in der Hand hält, fällt das Filmsimulationsrad sofort ins Auge. Das Rad ist intuitiv bedienbar und macht Spaß – ich nutze es häufig, um zwischen Classic Chrome und Provia zu wechseln. Die Bedienung macht einfach Spaß. Ich habe noch nicht alle Filmsimulationen der Kamera getestet. Doch Classic Chrome nutze ich seit meiner ersten FUJIFILM X-T1 – und auch bei der X-E5 begeistern mich die Farben, die Schärfe und das typische Fujifilm-Feeling.


Einer meiner Lieblingsorte ist das Dach eines alten Wohnhauses im Bezirk 4. Von hier aus habe ich eine großartige Aussicht. Von hier aus beobachte ich das ruhige Treiben in der urbanen Landschaft und nutze den digitalen Telekonverter der Kamera, um das Bild direkt im Sucher zu komponieren. Natürlich könnte ich das Bild später zuschneiden, aber im Moment der Aufnahme wirkt die Komposition einfach perfekt. Es bewahrt die Emotion, die spürbar bleibt, wenn man es auf einem größeren Bildschirm betrachtet.
Nach Jahren mit einer Kamera in der Hand habe ich eine Bildsprache entwickelt, die Realität und filmische Bildausschnitte verbindet – ergänzt durch eine Prise unvorhersehbaren Zufalls aus der Alltagsfotografie. Alles geschieht gleichzeitig: Ich blicke durch den Sucher, beobachte die Interaktionen, die sich entfalten, und bewege mich langsamer, während mein Blick im Sucherbild bleibt. In diesem Moment scheint die Welt um mich herum stillzustehen – als wäre ich der einzige Zuschauer dieser Szene.

