Ein Filmrezept für satte, ausdrucksstarke Naturaufnahmen
Dominic Stone fotografiert dort, wo die Natur in Bewegung ist: im Wasser, an der Küste sowie bei Surf- und Laufwettbewerben. Seine Bilder zeichnen sich durch Farbe, Licht und das Gefühl aus, mitten im Geschehen zu sein. Für den Reise- und Outdoor-Fotografen ist die Fotografie eine Möglichkeit, der Natur näherzukommen und Momente festzuhalten, in denen Bewegung, Landschaft und Atmosphäre zusammenfinden.
Dieser Blick auf die Welt entstand lange, bevor Dominic zum ersten Mal eine Kamera in die Hand nahm.
Vor Kurzem entwickelte Dominic ein eigenes Filmrezept für die FUJIFILM X-E5. Die Grundlage bildet die Filmsimulation Velvia, die für intensive Farben und kräftige Kontraste bekannt ist. Dominic wollte diesen Charakter nicht einfach übernehmen, sondern für seine eigene Bildsprache anpassen: satt und lebendig, dabei aber weicher und ruhiger als der klassische Velvia-Look.
So entstand eine Bildstimmung, die kräftig wirkt, ohne überladen zu sein. Ein sehr persönlicher Umgang mit Farbe.

Vom Surfbrett zur Kamera
Dominic gibt zu, dass er den Strand früher nicht besonders mochte. Für ihn bedeutete er heißen Sand und lange Autofahrten mit der Familie. Das änderte sich, als seine Familie ein Strandhaus aus den 1940er-Jahren kaufte. Plötzlich wurde das Meer ein fester Bestandteil seines Lebens, und das Surfen entwickelte sich zu einer Leidenschaft.
„Als ich zum ersten Mal auf einem Surfbrett stand, gab es für mich kein Zurück mehr“, sagt er.
Erst mit 26 Jahren hielt Dominic zum ersten Mal eine Kamera in der Hand. Mit etwas Erspartem und ein paar freien Wochen vor Beginn seines Masterstudiums ging er in ein Fotogeschäft. Bald darauf entdeckte er die Surffotografie für sich. Eine zufällige Begegnung bei einem lokalen Longboard-Wettbewerb brachte ihm schließlich ein Sponsoring für ein wasserdichtes Gehäuse ein.
Plötzlich war er nicht mehr nur ein Beobachter am Strand. Er befand sich mitten im Wasser und konnte genau jene Perspektiven fotografieren, die ihn früher in Magazinen fasziniert hatten.
„Ich erinnere mich noch genau an die erste Session, bei der ich mit meiner Kamera hinausschwamm – das werde ich nie vergessen“, sagt er.


Velvia, aber gezähmt
Dominics Stil ist stark von Farbe geprägt. Deshalb reizte es ihn besonders, mit der X-E5 ein Filmrezept auf Basis von Velvia zu entwickeln. Für Landschaften erschien diese Filmsimulation naheliegend. Spannender war für ihn jedoch die Frage, wie Velvia die Blautöne des Meeres wiedergibt.
Sein Ziel war ein Rezept, das die Intensität von Velvia bewahrt, sie jedoch etwas zügelt. Das Meer sollte kräftig wirken, der Himmel Tiefe behalten – doch nichts durfte künstlich oder überdreht erscheinen.
Er beschreibt seine Entscheidungen so:
„Ich erwartete einen stärkeren Kontrast, als ich es gewohnt bin. Deshalb wusste ich, dass ich die Klarheit reduzieren musste, um dem Bild etwas Weichheit zu verleihen. Außerdem habe ich die Schwarztöne leicht angehoben, um diesen weicheren Eindruck zu verstärken – auch wenn das ein Stück weit dem typischen Charakter von Velvia entgegenwirkt.“
Am Ende reduzierte Dominic die Farbsättigung leicht und setzte COLOR CHROME FX BLAU stark ein. So entstand ein Rezept, das ruhig wirkt und dennoch klare Präsenz besitzt.
Dominic beschreibt seine fertigen Bilder als eine Art Trojanisches Pferd: „Auf den ersten Blick wirken sie schön und angenehm. Aber wenn man sich darauf einlässt, entfalten sie eine tiefere Wirkung.“


Beim Auslösen fertig entwickelt
Einen fertigen Look direkt in der Kamera zu erzeugen, empfand Dominic als überraschend befreiend.
„Sobald ich mich für mein Filmrezept entschieden hatte, stellte ich meine Kamera so ein, dass sie jeweils nur ein einzelnes Bild aufnahm“, erklärt er.
Für ihn bedeutete das einen deutlichen Bruch mit seiner sonstigen Arbeitsweise. Normalerweise arbeitet er häufig im Serienbildmodus. Mit diesem Rezept wurde er langsamer und sah genauer hin. Der fertige Look im Sucher half ihm dabei, bewusster zu komponieren und den Moment intensiver auszukosten.
Auch bei der Nachbearbeitung änderte sich etwas. Dominic arbeitet sonst oft mit RAW-Dateien und holt später Details aus den Schatten heraus. Hier verfolgt er einen anderen Ansatz: das Bild schon beim Fotografieren als fertig zu denken.
„Eigentlich liebe ich es, Fotos zu bearbeiten. Aber hier war es ein besonderes Erlebnis, ein Bild direkt aus der Kamera drahtlos zu übertragen und sofort verwenden zu können“, sagt er. Für Dominic bietet dieser Arbeitsstil viel Potenzial – für Reportagen, Reisen und sogar für die schnelle Bildauswahl bei Wettbewerben mit der X-E5.

Was nach dem Moment bleibt
Dominic sucht in seiner Fotografie nicht nur nach eindrucksvollen Motiven. Ihn interessiert, was bestehen bleibt, wenn die Welle vorüber ist, der Lauf zu Ende geht ist oder sich das Licht verändert hat: ein Gefühl, eine Erinnerung, ein kurzer Moment der Verbundenheit.
Sein Ziel ist es nicht einfach, spektakuläre Szenen festzuhalten. Vielmehr möchte er Bilder schaffen, die berühren, weil sie etwas zeigen, das sich schwer in Worte fassen lässt. Der Weg dorthin führt ihn immer wieder zurück in die Natur: ans Meer, in die Bewegung, ins Licht.
Dominic hat Velvia nicht abgeschwächt, sondern für seine eigene Bildsprache geöffnet. Die Farben bleiben satt, das Meer behält seine Tiefe, und trotzdem wirkt alles ruhiger, weicher und persönlicher. Weil der Look direkt in der Kamera entsteht, kann Dominic beim Fotografieren genau dort bleiben, wo seine Bilder entstehen: im Wasser, im Licht, in der Bewegung.
So bleibt mehr Aufmerksamkeit für das, worum es ihm eigentlich geht: den kurzen Augenblick, in dem Natur, Farbe und Gefühl zusammenkommen – Bild für Bild.

Dominic Stone’s “Pacifica 100” FS RECIPE
FILM SIMULAITON: Velvia
MONOCHROMATIC COLOR: N/A
GRAIN EFFECT: STRONG, SMALL
COLOR CHROME EFFECT: WEAK
COLOR CHROME FX BLUE: STRONG
SMOOTH SKIN EFFECT: OFF
WHITE BALANCE: AUTO / R +2, B -2
DYNAMIC RANGE: DR100
D RANGE PRIORITY: OFF
TONE CURVE: H 0, S +2.5
COLOR: -1
SHARPNESS: 0
HIGH ISO NR: +1
CLARITY: -2