Beim Fotografieren richtet sich meine Aufmerksamkeit oft auf die Atmosphäre, die flüchtige Momente des Alltags umgibt – auf die Eindrücke, die das Licht erzeugt, und auf die stille Wärme der Räume selbst. Diese feine Resonanz, die man spüren kann, ohne sie erklären zu müssen, ist vielleicht der eigentliche Grund, warum ich weiterhin fotografiere.

Manche sagen, meine Fotos würden mir ähneln. Inzwischen empfinde ich diesen Satz als die treffendste Beschreibung meiner Arbeit. Für mich ist Fotografie letztlich ein Spiegel, der die innere Welt der Person hinter der Kamera zeigt.
Ein Foto enthält nicht nur die Szene selbst, sondern auch die Sichtweise des Fotografen, seine Haltung und Sensibilität, die sich still im Bild verbirgt. Statt mehr hinzuzufügen, habe ich mit der Zeit zunehmend nach Einfachheit gesucht. Durch diesen Prozess haben meine Fotos auf natürliche Weise ihre eigene innere Richtung gefunden. Vielleicht spiegelt jedes Bild leise meinen Blick wider und vertieft sich Stück für Stück mit der Zeit.
In diesem Sinne passte PRO Neg. Std genau zu der Absicht hinter dieser Arbeit. Mit diesem Filmrezept wollte ich die Atmosphäre von Motiven, Landschaften und Räumen ruhiger und kontemplativer ausdrücken. Statt die Sättigung zu verstärken oder dramatische Kontraste zu erzeugen, hat mich vor allem gereizt, wie sanft es die Farben abmildert und die Tonwerte zurückhaltend ausbalanciert.


Selbst bei starkem Licht verhindert seine sanfte Dichte, dass das Bild hart wirkt. So konnte ich die natürliche Textur des Motivs ohne Übertreibung wiedergeben und gleichzeitig die stille, nebelartige Ruhe bewahren, die sich durch die gesamte Szene zieht.
Am Ende wurde genau der Prozess zum bedeutsamsten Teil dieser Arbeit: eine Resonanz zwischen meiner eigenen Sichtweise und dem Charakter dieses Filmrezepts zu entdecken.
